Marine Liner

Marine Liner verbindet die beiden Insel Honshu (Okayama) und Shikoku (Takamatsu) über die grosse Seto-Brücke miteinander

Seit April 1998 verbindet der Marine Liner Okayama, die Hauptstadt der gleichnamigen Präfektur und gleichzeitig eine wichtige Station auf der Sanyo-Shinkansen-Linie, mit Takamatsu, der Hauptstadt der Präfektur Kagawa auf der Insel Shikoku. Die Strecke führt über die Grosse Seto Bridge. Die Fahrt dauert ca. 55 – 60 Minuten bei einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h (80 mph).

Der Marine Liner wird von der West Japan Railway Company (JR West) und von der Shikoku Railway Company (JR Shikoku) betrieben.

Streckenführung
Seit dem 1. Oktober 2003 fährt der Marine Liner mit Zügen der Serie 223-5000 EMU (Electric Multiple Unit) im Netzwerk der JR West. Die Zugmaschine der meisten in Takamatsu durch die JR Shikoku eingesetzen Zügen ist der Typ JR Shikoku Serie 5000. Es handelt sich hierbei um einen Bi-Level-Steuerwagen mit reservierten Sitzplätzen. Vorher wurden Triebwagen der Serie 213 eingesetzt.

Von der Station Okayama nach Takamatsu halten alle Marine Liner Züge in folgenden Stationen: Chayamachi, Kojima und Sakaide. Die meisten Züge stoppen auch entweder in Senoo oder Hayashima oder in beiden Stationen. Einige Früh- bzw. Spät-Züge machen zusätzlich Halt in Stationen der Seto-Ohasi und Yosan Linien. Details finden Sie im Online-Fahrplan.

In Kojima wechselt der Lokführer und das Zugpersonal, da es sich bei der Station Kojima um eine Grenzstation zwischen den Betreibern JR West und JR Shikoku handelt. Falls Sie genügend Zeit eingeplant haben ist ein Besuch der Jeans Street mit der Fahrt im Jeans Bus in Kojima lohnenswert.

Formationen
Im Dienst stehen Zugformationen in 2-, 3-, 5- oder auch 7-Wagons. Alle Wagen sind „no smoking“.

• Grün: Grüne-Klasse (erste Klasse)
• Weiss: Standard-Klasse
• G (Grüne-Klasse), R (Standardklasse): Reservierte Plätze
• NR (Standardklasse): Nicht reservierte Plätze

Geschichte
Der Marine Liner Dienst wurde im April 1988 unter Einsatz von 3-/6-/ oder 9-/Wagon-Kompositionen der Serie 213 EMUs aufgenommen. Nachdem der Bau der Grossen Seto-Brücke abgeschlossen war, konnte die Zugsverbindung zwischen Okayama auf Japans Hauptinsel Honshu und Takamatsu auf der Insel Shikoku ihren Betrieb aufnehmen. Es handelt sich dabei um die einzige Zugverbindung zwischen Honshū und Shikoku.

Um nach Takamatsu zu gelangen, ist der ideale Zug der Marine Liner welcher direkt die Bahnhöfe von Okayama und Takamatsu verlinkt. Die Züge fahren zweimal pro Stunde in beide Richtungen. Wie bei allen JR-Zügen ist die Fahrt für Besitzer des Japan Rail Pass von jr-pass.ch kostenlos.

Tipp! Für die Überfahrt der Seto Brücke mit dem Zug kann der Japan Rail Pass benutzt werden.

 

Bilder Marine Liner

 

Grosse Seto Brücke

Grosse Seto Brücke zwischen Honshu und Shikoku

Die Grosse Seto Brücke setzt sich aus drei Hänge-, zwei Schrägseilbrücken, eine normale Stahlfachwerkbrücke und vier Viadukte/Hochstrassen über insgesamt fünf kleinere Inseln des Seto Binnenmeeres.







Die Bauzeit betrug 10 Jahre im Zeitraum von 1978 bis 1988. Es handelt sich hierbei um eine der drei Honshu-Shikoku Brücken Projekte und ist die einzige mit einer Bahnverbindung. Die Länge der Brücke beträgt 13,1 Kilometer wovon 9368 m über Wasser führen. Die durchschnittliche Höhe der Brückenpylonen beträgt 60 m über Grund. Die Brücke ist weltweit die längste mit einem zweistufigen Brückensystem.

Die Brücken sind durchgängig doppelgeschossig. Auf dem oberen, 35 m breiten Deck nimmt die mit 22,5 m Breite Seto-Chūō-Autobahn mit vier Fahrspuren ( zwei Fahrspuren in jede Richtung) nebst Mittel- und Seitenstreifen in Anspruch. Auf dem unteren, 30 m breiten Deck verläuft die zweigleisige JR Seto-Ōhashi-Linie (Kapspur). Die Höhe des zweigeschossigen Brückenkörpers beträgt 13 Meter.

Die Benutzung des Brückenkomplexes ist mautpflichtig und kostet pro Fahrt 3500 Yen.

Die Überfahrt der Brücke von Uno (Tamano) dauert ca. 20 Minuten mit dem Auto oder Zug. Bevor die Brücke gebaut wurde, dauerte die Überfahrt mit der Fähre rund eine Stunde. Der Brückenkomplex ist erdbebensicher gebaut.

Geschichte
Nachdem die erste Railway 1889 auf Shikoku zwischen Marugame und Kotohira fertig gestellt worden war, wurde von einem Mitglied des Präfektur-Parlamentes, Ōkubo Jinnojō (大久保 諶之丞, 1849 – 1891) der Brückenbau vorgeschlagen.  In seiner Eröffnungsrede sagte er: „Den vier Provinzen von Shikoku geht es so wie vielen abgelegenen Inseln. Erst wenn Sie durch Strassen miteinander verbunden sind, wird es ihnen besser gehen und die Vorteile des höheren Transportvermögens sowie die einfacher Kommunikation untereinander geniessen können.“

Die Idee des Brückenbaus lag jedoch während der kommenden 60 Jahre brach. Erst im Jahr 1955 nach einem Fährunglück, welches leider auch zahlreiche Menschenleben forderte, keimte der Gedanken wieder auf. 1970 nach vorgängigen Konferenzen und Untersuchungen wurde die Honshū-Shikoku-Brücken-Behörde gegründet. Durch die Ölkrise 1973 erlitt das Projekt einen weiteren Rückschlag. 1978 nachdem eine Umweltwirkungsanalyse veröffentlicht wurde, begann man mit dem Bau. Das Projekt dauerte knapp zehn Jahre und kostete etwa 1,1338 Billionen Yen. Insgesamt wurden 3‘646‘000 Kubikmeter Beton und 705‘000 Tonnen Stahl verbaut. Am Bau waren rund 2000 Unternehmen beschäftigt. Am 10. April 1988 wurde die Brücke für den Strassen- und Schienenverkehr frei gegeben.

Der Vision von Ōkubo Jinnojō folgten 1998 die Kōbe-Awaji-Naruto-Autobahn zwischen Kōbe und Naruto und 1999 die Nishiseto-Autobahn zwischen Onomichi (Präfektur Hiroshima) und Imabari (Präfektur Ehime).

 

Bilder Grosse Seto Brücke