300X = Geschwindigkeitsweltrekord!

Shinkansen Baureihe 300

Entwicklung
Die Serie 100 war noch im Bau und schon wurde fleissig an einem Nachfolgezug der Baureihe 300 geplant.  1990 dann, wurde ein 16-teiliger Prototyp vorgestellt.






Die Testfahrten wurden, wie üblich in der Nacht intensiv durchgeführt.  Der damalige Versuchszug war zur Serienproduktion unterschiedlich. Insbesondere die Form der Windschutzscheiben, die Spitzenlichter und die Verkleidung des vordersten Drehgestells wurde mit Einführung der Serie anders gestaltet. Ursprünglich war der Prototyp mit fünf Stromabnehmern ausgestattet, welche dann bei den Serienzügen auf zwei reduziert wurden.

Einsatz
Bereits 1992 fuhren die Serienzüge im regulären Dienstbetrieb, wenn auch zu Beginn nur mit drei Zugseinheiten als „Nozomi“. Im Jahr 1993 waren schon 15 Serienfahrzeuge der Baureihe 300 im Einsatz wobei die Produktion stetig bis ins Jahr 1998 weitergeführt wurde.  JR Central nannte damals 61 Fahrzeugen dieser Baureihe ihr eigen. Die Bahngesellschaft JR West betrieb 9 Fahrzeuge. Mit der Einführung der Baureihen 500 und 700 stellten die Eisenbahngesellschaften die 300-Serie im Hikari- und Kodama-Dienst ein. Die Züge wurde auf der Strecke zwischen Tokio und Shin-Osaka / Okayama / Hiroshima eingesetzt.

Technik
Die Baureihe 300 unterscheidet sich stark von seinen Vorgängern der Baureihen 0, 100 und 200. Um aerodynamisch weiter zu kommen, wurde der Zug niedriger als seine Vorgänger gebaut. Durch die Verlegung der elektrischen Ausrüstung (insbesondere der Klimaanlage) war es trotzdem möglich die Decke im Innern der Wagen noch höher zu hängen. Durch diese Massnahme wanderte der Schwerpunkt des Fahrzeuges nach unten. Ein positiver Nebeneffekt war, dass derer Zug nun noch ruhiger auf den Schienen gleitet. Die Triebköpfe wurden zudem völlig neu gestaltet. Auch die Türen und Fenster wurden, wie beim ICE,  bündig eingebaut, was sich ebenfalls günstig auf den Luftwiderstand auswirkte. Zum ersten Mal bildeten nun nicht mehr 2 sondern neu 3 Wagen eine funktionelle Einheit. Das Gewicht wurde gleichmäßig auf alle Wagen aufgeteilt, was zu Folge hatte, dass die Achslast nun nur noch 13 Tonnen betrug. Eine Neukonstruktion waren  auch die wiegenlosen Drehgestelle. Erstmals in der Geschichte Japans wurde ein Shinkansen mit Drehstrom-Asynchronmotoren ausgestattet. Dieser Motorentyp ist wartungsarm und sorgt für eine maximale Antriebsleistung von 12‘000 kW. Eine weitere Neuheit war die Rekuperationsbremse, welche die beim Bremsen entstandene Energie wieder in das Stromnetz zurückspeist.

Inneneinrichtung
Der Sitzkomfort wurde kontinuierlich verbessert, obschon eine leichtere Bauweise und leichter Materialien zum Einsatz kamen. Der Komfort konnte deshalb insbesondere in der 1. Klasse = Green Class zusätzlich angehoben werden. Die Sitze liessen sich, wie bereits bei  älteren Baureihen angewendet in Fahrtrichtung drehen. In der zweiten Klasse war die Sitzplatzanordnung 2 + 3, in der ersten Klasse (Green Class) 2+2.

 

   
Technische Daten: Serie 300  
   
 Zug- / Baureihenbezeichnung  Baureihe 300
 Einsatzland  Japan
 Anzahl der Züge  70 (61 JR Central, 9 JR West)
 Baujahre  1990 - 1991
 Spurweite  1435 mm
 Höchstgeschwindigkeit bei Testfahrten  325 km/h
 Technisch zugelassene Höchstgeschwindigkeit  300 km/h
 Höchstgeschwindigkeit im Dienstbetrieb  270 km/h
 Antriebsleistung des Zuges  12'000 kW
 Beschleunigung des Zuges  0,44 m/s
 Neigetechnik  Nein
 Zug fährt auch in Traktion  Nein
 Leergewicht  710 t
 Zuglänge  402 m
   

 

 

   
 Technische Daten: Serie 300X  
   
 Zug- / Baureihenbezeichnung  300X Baureihe 955
 Einsatzland  Japan
 Anzahl der Züge  1
 Zugtyp  Triebwagenzug
 Anzahl der Endwagen  2
 Anzahl der Mittelwagen  4
 Baujahre  1994 - 1995
 Spurweite  1435 mm
 Höchstgeschwindigkeit bei Testfahrten  443 km/h = Weltrekord!
 Neigetechnik  Nein
 Zug fährt auch in Traktion  Nein
   

 

 

Fotos Shinkansen JR Class 300